Von der Schweiz abgewiesen – in der Türkei inhaftiert

Januar 10, 2026

Alan sitzt seit rund drei Monaten in einem türkischen Gefängnis. Der Vorwurf: Unterstützung einer terroristischen Organisation. Er hatte genau das befürchtet: Eine Verfolgung durch den türkischen Staat, weil er sich für eine kurdische Partei politisch engagierte.

Aus diesem Grund hat Alan, der eigentlich anders heisst, vor zwei Jahren Asyl in der Schweiz beantragt. Er reichte Dokumente ein, die belegen sollten, dass die türkischen Behörden wegen seiner Politaktivitäten gegen ihn ermitteln.

Schweizer Richter: Alans Angst «unbegründet»

Die Behörden in der Schweiz aber beurteilten Alans Furcht vor einer Verfolgung als «offensichtlich unbegründet», wie es im letztinstanzlichen Urteil heisst. Sein politisches Engagement sei zu niederschwellig und die Beweise für ein drohendes Verfahren in der Türkei unglaubwürdig oder möglicherweise gefälscht. Selbst wenn man Alan glaubte, dass er von türkischen Beamten belästigt und misshandelt worden sei, genüge dies für Asyl nicht, so der Bundesverwaltungsrichter.

Anfang September musste Alan die Schweiz verlassen. Am Flughafen in der Türkei wurde er direkt festgenommen. Seither sitzt er in Haft, wie sein Bruder Miro erzählt. Auch dessen Namen ist zum Schutz der Familie geändert. «Seine Situation ist sehr, sehr schlecht», sagt Miro. Psychisch und körperlich gehe es Alan gar nicht gut. Ihm drohten mindestens acht bis zehn Jahre Gefängnis.

Ein Dutzend Asylsuchende aus der Türkei sind betroffen

Alan ist kein Einzelfall. Wie SRF Investigativ in Erfahrung bringt, gab es in den letzten Monaten mindestens zwölf ähnlich gelagerte Fälle. Diese zusammengetragen haben die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) und die Demokratischen Jurist:innen Schweiz. 

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier:
https://www.srf.ch/news/schweiz/kurdische-asylsuchende-von-der-schweiz-abgewiesen-in-der-tuerkei-inhaftiert